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Der Ginkaku-ji

"Silberner-Pavillon-Tempel"

Fachartikel über den buddhistischen Tempel und seine Gartenanlage von Sôtai M. Knipphals 2498 nach Buddha

Ginkaku-ji, Blick durch die Haupt-Gartenanlage Abb 01: Ginkaku-ji, Blick durch die Haupt-Gartenanlage Bewegtes Wasser Abb 02: Bewegtes Wasser Der Ginkaku-ji wurde wurde 1482 von Shogun Yoshimasa als Ruhesitz in Kyoto gebaut. Sein Erdgeschoss ist noch im Shinden-Stil erbaut und beinhaltet Shinkuden, die "Halle der Leerheit". Das Obergeschoss ist im Stil chinesischer Zen-Schulen errichtet. Daher findet sich hier auch der Chô on den, „Raum der bewegten Wellen“.

Das zweite Gebäude, der Togu-do („Suche des Ostens-Ort“) ist im damals neuen Stil des Shoin erbaut worden. In ihm befindet sich der erste Teeraum der Menschheit, der ausschließlich zur Tee-Zusammenkunft konzipiert war. Er ist der Prototyp aller nachfolgenden 4,5 Mattenräume bis heute. Sein Name ist Dojinsai.
Hier trafen sich die führenden Zen- und Teemeister (v.a. zu nennen Murata Shuko, 1423-1502, Multitalent und Architekt des Dojinsai und mancher Gartenteile), Künstler, sowie Schauspieler und Dichter jener Zeit.

Ginkaku-ji, Sandkegel (Kogetsu-dai) Abb 03: Ginkaku-ji, Sandkegel (Kogetsu-dai) Der silberne Pavillon Abb 04: Der silberne Pavillon Im Garten ist besonders der weltweit einmalige, große Kieskegel mit rund 1,5 Metern Höhe und die erhöht angelegte Kiesfläche zu erwähnen. Vom Obergeschoß des Ginkaku-ji aus hat man einen optimalen Blick auf den abgeplatteten Kegel, der in der Nacht den Eindruck aufkommen lässt, man sehe den sich im Wasser spiegelnden Mond. Dies ist in höchstem Maß erstaunlich, ja fast surreal, um nicht zusagen typisch Zen-gemäß. Man schaut nämlich hierbei nach Norden, wo man den Mond bekanntlich gar nicht sehen kann. Zweitens suggeriert die geharkte Kiesfläche dahinter ein bewegtes Gewässer, die vermeintliche Spiegelung aber zeigt einen absolut unbewegten Mond. Bedenkt man, dass der Mond für Erleuchtung, satori, steht, so erklärt sich diese recht eigenwillige Anlage … Meint man zumindest. Denn wie kann man Satori erlangen, wenn man in die falsche Richtung schaut? Schaut man jedoch nach Süden, in die richtige Richtung, kann man den Kegel nicht sehen.
Man kann sich nur im Kopf vorstellen wo er ist und wie er aussieht. Aber eben nur im Kopf, nicht real. Sieht man ihn, den Kegel, real, ist man ebenfalls in einer irrealen Situation. So oder so eine vertrackte Situation, die Teemeister Shuko (Schüler von Zenmeister Sôjun Ikkyu, 1394-1481) damals kreiert hat.

Yoshimasa ist der Enkel jenes Shogun Yoshimitsu, der den goldenen Pavillon Kinkaku-ji (1398, auch Rokuon-ji genannt) in der Nähe des Ryoan-ji (1494) erbauen ließ. Gemäß seinem Wunsch wurde der Ginkaku-ji nach seinem Tod in eine Zenschule der Rinzai Linie umgestaltet und hieß fortan Jisho-ji. Hier förderte Yoshimasa die Kultur seiner Zeit, die mit dem Begriff Higashiyama (östlichen Berge) -Kultur berühmt wurde. Hervorzuheben sind Wand- bzw. Türmalereien von Kano Masanobu (1434-1530). Garten-Impression Abb 05: Garten-Impression Lageplan der buddhistischen Tempel in Kyoto

Bildnachweis

// Abb. 01: Ginkaku-ji, Blick durch die Haupt-Gartenanlage - M.Knipphals // Abb. 02: Bewegtes Wasser, geharkte Splitt-Sand-Fläche im Ginkaku-ji - M.Knipphals // Abb. 03: Ginkaku-ji, Sandkegel (Kogetsu-dai) - M.Knipphals // Abb. 04: Der silberne Pavillon, Ginkaku-ji - M.Knipphals // Abb. 05: Garten-Impression aus dem Ginkaku-ji - M.Knipphals

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